IFM Anwendungsbeispiel: Pattsituation der Sozialdemokratie in Deutschland.

IFM ist eine von Markus Maderner und mir entwickelte Methode, die dazu dient mehr Bewusstsein in die Lösung komplexer Fragen zu bringen. Diese wird sowohl in Unternehmen, wie auch in Labors erfolgreich angewendet. Das Buch zur Methode erhalten Sie hier. Das vorliegende Beispiel ist nur ein Ausschnitt und setzt ein gewisses Grundwissen in IFM voraus.

Wir leben heute vielfach in einer Realität des ideologischen Pragmatismus. Die Ideologie ist nicht mehr Selbstzweck oder in sich geschlossener Gedankenraum. Im Bestenfall ist sie eine Spielwiese und Chance für neue Perspektiven, von denen wir lernen können. Im Fall der Politik ist die Ideologie häufig nur noch ein Lockvogel unerfüllter Wählerwünsche, in einer Welt, die für alles eine technologische Antwort hat, aber das einzelne Individuum in seinem subjektiven Schicksal immer weniger erkennt. Welche Auswirkung hat dies auf die Lösungskompetenz der Parteien?

Da Parteien in erster Linie alles nach ihrer Ideologie ausrichten, sehen wir uns mit der Methode IFM zunächst die Vision an. Sie ist hier überwiegend historisch geprägt. Sie liegt in der Struktur, im System der Partei. Das ist ein ganz entscheidender Punkt.

Läge sie auf der Ebene der Person, also der einzelnen Mitglieder, würde sich die Partei als solche mit der Zeit auflösen. Wir hätten nur noch politisch engagierte Bürger, aber keine Parteien mehr.

Weil jeder Einzelne neue Ideen einbringt, die dem unmittelbaren Erleben der Wirklichkeit entstammen. Die Nähe zur Alltagsrealität führt für eine Partei normalerweise über die Wünsche und Träume einzelner Menschen. Wird die Vision aber strukturell normiert, verliert sich dieser Kontakt zur Basis, in einer Zeit des Weltbildindividualismus.

Daraus erklärt sich die innere und äußere Unbeweglichkeit des politischen Systems. Sie ist wenig nah am Individuum. Hat dieses Problem nach dem Zerfall der Arbeitergesellschaft nie ausreichend gelöst. Aus Sicht der Innovations- und somit der Lösungskompetenz schneiden Parteien wegen ihrer systemisch geprägten Ideologie generell schlecht ab. Die Lösungskonzepte stehen zu einem sehr großen Umfang fest, noch ehe das Problem aufgetaucht ist. Die Vision des Einzelnen und jene der Parteistruktur klaffen auseinander.

Die Sozialdemokratie trifft dies besonders hart. Denn der soziale Gedanke entstand ja ursprünglich in der Vorstellung von Solidarität. In einer Zeit in der die Probleme kollektiv und monochrom waren. Heute aber haben wir mehr Vielfalt und benötigen vielleicht eine neue Antwort auf Zusammengehörigkeit in einer Welt in der Familien zerfallen, Ehen scheitern und Lebensläufe zerrissen sind.
Das System Sozialdemokratie kann sich also heute in einer vielfältigen Wissensgesellschaft, die nicht mehr von Muskeln oder Feindbildern vorangetrieben wird, die Kraft immer weniger von der Basis holen. Es sei denn sie pocht auf die alten Sozialkonflikte und bleibt in dieser Perspektive verharrt. Sieht also alles durch die Brille der Sozialdemokratie in einer Welt die wesentlich komplexer ist. >>

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